Linux-Befehle, die du wirklich brauchst

ls, cd, grep, sudo — die Basis-Werkzeuge im Terminal. Mit den richtigen 15 Befehlen kommst du durch 90% aller Aufgaben. Hier sind sie, mit Eselsbrücken.

Warum Terminal? Klick doch einfach!

Klar kannst du auf einem Desktop alles mit Maus und Fenstern bedienen. Aber: Server haben keinen Desktop. Wenn du dich per SSH auf einen Webserver schaltest, hast du eine Textzeile und sonst nichts. Das Terminal ist außerdem oft schneller — was im Datei-Manager 10 Klicks braucht, ist in der Shell ein Befehl.

Die gute Nachricht: Du brauchst nicht 200 Befehle, um dich durchzuschlagen. Mit den unteren 15 kommst du durch die meisten Alltagssituationen.

Cheatsheet — die Top 15

BefehlWas er tutBeispiel
pwdWo bin ich gerade?pwd
lsWas liegt im Verzeichnis?ls -lah
cdVerzeichnis wechselncd /var/log
cpDatei/Ordner kopierencp datei.txt backup/
mvVerschieben oder umbenennenmv alt.txt neu.txt
rmDatei löschenrm alt.txt
mkdirOrdner anlegenmkdir projekt
catDatei-Inhalt ausgebencat /etc/hosts
lessLange Datei seitenweise anzeigen (q zum Beenden)less syslog
tailLetzte Zeilen einer Dateitail -f /var/log/nginx/access.log
grepIn Dateien suchengrep -i error syslog
chmodZugriffsrechte ändernchmod 755 script.sh
chownBesitzer ändernchown user:user datei
sudoBefehl als root ausführensudo apt update
manHandbuch zu einem Befehlman grep
💡

ls -lah ist dein neuer bester Freund

l = Long-Format (Berechtigungen + Größe + Datum), a = All (auch versteckte Dateien mit Punkt), h = Human-readable Größen (KB/MB statt Bytes). Einmal eingeprägt — wirst du fünfmal am Tag tippen.

Pipes und Redirects — der Multiplikator

Das echte Power-Feature der Shell: Befehle verketten. Der Pipe-Operator | nimmt die Ausgabe des einen Befehls und gibt sie als Eingabe in den nächsten.

# Alle Fehler im Apache-Log finden
cat /var/log/apache2/error.log | grep -i "error"

# Wie viele Zeilen davon?
cat /var/log/apache2/error.log | grep -i "error" | wc -l

# Top-5 IPs im Access-Log
cat access.log | awk '{print $1}' | sort | uniq -c | sort -rn | head -5
ℹ️

Pipes vs. Redirects

  • | Pipe — Ausgabe des einen wird Eingabe des nächsten
  • > Redirect — Ausgabe in eine Datei schreiben (überschreibt)
  • >> Append — Ausgabe an Datei anhängen
  • 2> Fehler-Ausgabe (stderr) umleiten
  • &> Beides (stdout + stderr) umleiten

Datei-Berechtigungen — das chmod-System

Jede Datei hat 9 Berechtigungs-Bits: read / write / execute für jeweils Owner / Group / Others. In ls -l siehst du das als -rwxr-xr-x.

Statt Buchstaben kannst du Oktal-Zahlen benutzen: r=4, w=2, x=1. Eine Stelle pro Gruppe addiert. Beispiele:

  • chmod 755 script.sh — Owner darf alles, Group + Others nur lesen+ausführen (Standard für Scripts)
  • chmod 644 datei.txt — Owner liest + schreibt, alle anderen nur lesen (Standard für Daten)
  • chmod 600 secret.key — nur der Owner darf lesen + schreiben (sensible Daten)
  • chmod 700 mein-ordner/ — nur der Owner kommt rein
⚠️

rm -rf — der Karrierebeender

rm -rf / löscht ab dem Wurzelverzeichnis alles weg, was er kriegen kann. Klassischer Anfänger-Fehler. Auch rm -rf $VAR/ ist gefährlich: Wenn $VAR leer ist, wird daraus rm -rf /. Immer doppelt prüfen, was hinter rm -rf kommt.

Pakete verwalten

Auf Debian/Ubuntu (apt):

sudo apt update              # Paket-Listen aktualisieren
sudo apt upgrade             # Installierte Pakete updaten
sudo apt install nginx       # Paket installieren
sudo apt remove nginx        # Paket deinstallieren
apt search docker            # Nach Paket suchen

Auf RHEL/CentOS/Fedora ist es dnf (oder älter yum) statt apt — gleiche Idee.

Was du dir mitnehmen solltest

  • Mit ls, cd, cp, mv, rm, mkdir, cat, grep, chmod, sudo, man kommst du durch 90% aller Aufgaben.
  • ls -lah ist der Allzweck-Befehl, um zu sehen "was ist da, wem gehört's, wie groß".
  • Pipes (|) verketten Befehle — der echte Power-Multiplikator der Shell.
  • chmod-Zahlen: 7=rwx, 5=r-x, 4=r-- — oft 755 für Scripts, 644 für Daten.
  • rm -rf ist endgültig. Kein Papierkorb. Doppelt hinschauen.

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